Helmuts Weblog

»Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein großer Papierkorb.« – Kurt Tucholsky


Die ersten Wochen mit dem »Storm«

Gerade hat mich Bernd noch im ICQ gefragt, wie mir mein BlackBerry denn nun so gefällt. Gute Möglichkeit, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen.

Zuerst sei angemerkt, dass ich kurz vor dem Kauf doch schon ein wenig Angst hatte. Und zwar vor zwei Dingen: zuerst vor der Befürchtung, dass mich der heiß diskutierte klickbare Touchscreen des Storm innerhalb kürzester Zeit in den kompletten Irrsin treibt; dass dieser sich relativ schnell abnutzt bzw. das Gerät nach einigen hundert Klicks schon gammelig und abgegriffen aussieht. Dann das Betriebssystem. Mir war durchaus klar, dass RIM hier ein OS adaptiert, welches gar nicht für Touchscreen-Geräte und ein Schwenken in den Landschafts-Modus konzipiert ist. Bugs und eine gewisse Trägheit hatte ich hier also vorher schon eingeplant.

Nach nunmehr drei Wochen intensiver Spielerei mit dem Gerät muss ich aber doch sagen, dass mich dieses Smartphone im Positiven sehr überrascht hat. Der innovative Touchscreen ist eine wahre Freude. Die Klick-Funktion verleiht der Bedienbarkeit einen ungeheuren Komfort und man kann tatsächlich nach relativ kurzer Eingewöhnung genau so schnell Texte schreiben, wie auf jedem herkömmlichen Touchscreen. Von gammelig auch keine Spur. Ganz im Gegenteil scheint das Display sogar nahezu unverwüstlich zu sein.

Das Betriebssystem kann sich ebenfalls sehen lassen. Freilich ist es (noch) nicht so flink wie etwa auf dem ultra-schnellen BlackBerry Bold, aber für produktives Arbeiten reicht es schon jetzt allemal. Gravierende Bugs sind mir bis heute auch noch nicht aufgefallen. Mit der nächsten Firmware, die Vodafone vermutlich nächste Woche zum Download bereit stellt, kommt die Performance gewiss noch ein wenig ausgefeilter daher.

Was steckt nun sonst noch unter der Haube? Eine Menge! Am krassesten sticht für mich die Nachrichten-Software heraus. Das Einrichten eines Mail-Kontos funktioniert noch einfacher als mit jedem Mail-Client am Rechner. Ich nutze mittlerweile alle meine E-Mail-Adressen auch auf dem BlackBerry. Via IMAP natürlich. Ein paar Klicks und die Konten waren einsatzbereit. Mailen mit einem BlackBerry ist unschlagbar, da kann nichts mithalten.

Eine wahre Freude ist auch noch, dass das BlackBerry Storm sich blendend mit meiner Hass-Liebe Tante Google versteht. Das Abgleichen von Daten aus dem Adressbuch und dem Google-Kalender z.B. funktioniert so reibungslos, dass ich am liebsten den ganzen Tag das Gerät »syncen« würde. Einfach herrlich. Aber auch das Synchronisieren mit Outlook klappt ganz toll, wie ich es bei meinem Vater (der auch ein BlackBerry Storm besitzt) kürzlich gesehen habe. Wie dem auch sei, mein Moleskine dürfte zukünftig arbeitslos sein.

Das Storm ist aber nicht nur ein exzellentes Business-Gerät, sondern entpuppt sich auch als durchaus geeignetes Spielzeug für Media-Nerds. Grundlage hierfür ist das absolut geniale Display. Es hat sogar eine höhere Auflösung als das des iPhone, ist sehr kontrastreich und stellt in Sachen Farbwiedergabe alles in den Schatten, was ich bis jetzt gesehen habe. Der Web-Browser kann zwar nicht mit dem Über-Browser des iPhone mithalten, ist aber trotzdem sehr gut, schnell und stellt auch komplexe und große HTML-Seiten mühelos dar.

Wem das nicht reicht, der kann ja aus dem Application Center z.B. ICQ, Facebook und YouTube installieren oder TwitterBerry aus dem Web runterladen und von unterwegs Tweets absetzen.

Doch genug der Lobhudelei. Kommen wir zu dem einzig wirklich negativen Punkt, der nicht nur das BlackBerry, sondern alle Smartphones betrifft – der Akku. Trotz angemessener Pflege muss man penibel planen, was man unterwegs machen will. Schalte ich Datendienst, GPS und 3G aus, telefoniere nicht und verschicke nur ein paar SMS, dann schafft der Akku knapp drei Tage. Lasse ich all diese Funktionen hingegen aktiviert, schreibe viele E-Mails und surfe längere Zeit im Web, sollte ich das Gerät besser die Nacht über richtig aufladen, da es das Gerät sonst nicht mehr über den Tag schafft. Die Zeiten also, in denen ich das Ladegerät meines Sony Ericsson regelmäßig gesucht habe – da dessen Akku nur alle Jubeljahre aufgeladen werden musste – sind endgültig vorbei.

Summa summarum ist das BlackBerry Storm aber jeden Cent wert. Ein elegantes und sehr robust verarbeitetes Profi-Smartphone, das mich trotz kleiner Kinderkrankheiten und fehlendem WLAN im Großen und Ganzen ziemlich überzeugt hat. Trotzdem: mein Sony Ericsson habe ich noch nicht verkauft. Man kann ja nie wissen.

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