Helmuts Weblog

»Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein großer Papierkorb.« – Kurt Tucholsky


Bayerns Justizministerin Beate Merk

Unglaublich, wie jetzt wieder eine Unionspolitikerin, namentlich Bayerns Justizministerin Merk, in Reaktion auf die Ereignisse auf Ameland durch die Medien poltert.

Da fragt man sich doch, ob Frau Merk das komplette Zensursula-Jahr 2009 verschlafen hat oder ob sie tatsächlich im Wesentlichen keine Ahnung von der Materie hat, wenn sie dem Koalitionspartner FDP und gleich mal wieder den Killerspielen die Schuld für die angeblich sexuelle Pauschal-Verrohung der heutigen Jugend vorwirft.

Beim SPIEGEL sieht in ihrem Auftreten eine Art Reflex: Entsetzliches kann man nur aus der Welt schaffen, indem man Dinge, die man wiederum selber entsetzlich findet, aus der Welt schafft. Das sei hier nur logisch. Genauer: das Ameland-Drama wäre nie passiert, hätte die Regierung die Einführung eines umfassenden Zensurapparates in die Wege leiten können.

Konsequent zu Ende gedacht würde dies aus der Sicht des mündigen Souverän damit enden, Frau Merk ein Stoppschild an die Stirn zu tackern.

Diese Logik ist natürlich falsch und müsste eigentlich so lauten: entsetzlichen Dingen kann man nur entgegenwirken, indem man das Übel gewissermaßen an der Wurzel packt. Das kann Frau Merk natürlich nicht so sehen, da ihre Logik in Hinsicht auf die bemitleidenswerte Situation der Regierungsparteien und die Politikverdrossenheit vieler Bundesbürger nur mit einer Abwahl von Schwarz-Gelb bei der nächsten Bundestagswahl enden würde.

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