Vita 2004

Eine kurze ErklĂ€rung zu diesem Text gibt es an dieser Stelle. 😉

Helmut Kaczmarek

Die dramatischen Folgen einer höchstwahrscheinlich drogenumnebelten FrĂŒhlingsnacht offenbarten sich Helmut Kaczmareks Eltern im November 1978. Mit seiner Geburt unweit der Brauerei Brinkhoff in Dortmund konnte er allerdings seinen bislang grĂ¶ĂŸten Geniestreich verzeichnen.

Schon frĂŒh introvertiert, besuchte er getarnt als strebsamer EinserschĂŒler die Grundschule, flog aber im dritten Schuljahr auf, nachdem er sich wegen nur »guter« Leistungen im Fach Mathematik das Leben nehmen wollte (»Oh Gott, ich bring‘ mich um!«). Besuchte daraufhin das Gymnasium, scheiterte jedoch in der achten Klasse an der Scheidung seiner Eltern und kurz darauf an mangelhaften Leistungen in den FĂ€chern Mathematik und Französisch.

Beschloss wĂ€hrend der anschließenden Realschulzeit, die Gesellschaft niemals durch nennenswerte ProduktivitĂ€t zu beglĂŒcken. Ließ sich lange Haare wachsen, wurde nikotinabhĂ€ngig, frönte dem Alkoholismus und hörte fĂŒrderhin brutale Stromgitarrenmusik.

Nach kurzem Gastauftritt als Krankenpfleger in der Welt der harten Arbeit und Studien zur eigenen Psychopathologie im mittelfrĂ€nkischen NĂŒrnberg legte er bemerkenswerte Todeslisten an. Vernichtete diese wieder, besann sich eines Besseren und holte kurz darauf das Abitur nach.

GegenwĂ€rtig verdingt sich der chronische Soziopath als Student der Germanistik und Geschichte an der Ruhr-UniversitĂ€t. Helmut Kaczmarek lebt zurĂŒckgezogen auf einer Verkehrsinsel im östlichen Ruhrgebiet nahe Bochum.

Julian, seine Katze

Geboren im Jahre 1792 als Sohn einer Muschi und eines Muskelkaters. FĂŒhrte zielloses Leben als Vagabund und Streuner. RĂŒckkehr ins zivilisierte Leben 1894.

1896 bis 1898 Studium der Ex- und Wechwissenschaften in Pilsen bei Friedrich-Wilhelm Trinkward auf dem vierten Bildungsweg. 1901 Promotion zum Doktor des tierischen Alkoholwesens (Dr. alc. vet.) mit einer Dissertation zur felinen C2H5OH-Intoxikation. 1903 StaatsprĂŒfung fĂŒr das Höhere Lehramt. 1903 bis 1914 TĂ€tigkeit als Studienrat an einer Brauereischule.

Lebte im Ersten Weltkrieg als trinkfester Munitionsfabrikarbeiter in England, woraufhin König George V. die landesweite Sperrstunde fĂŒr WirtshĂ€user um 23 Uhr verhĂ€ngen musste. Auf DrĂ€ngen Fritz Brinkhoffs RĂŒckkehr nach Deutschland im Jahre 1918.

Emigrierte nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 nach Lynchburg, 37352 Tennesse und widmete sich der Erforschung des Sour Mash. Nebenher erste schriftstellerische Versuche als Autor von Groschenromanen.

Nach dem bahnbrechenden Erfolg seiner epochalen Romane »Vollrausch im 7. Leben« und »Der Kater am Morgen danach« in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts Eintritt in Helmut Kaczmareks Junggesellen-WG.

Wenig spĂ€ter Ruf an die UniversitĂ€t Bövinghausen als Professor fĂŒr Herrengedecke am Lehrstuhl fĂŒr FrĂŒhschoppen. Arbeiten zur Genießbarmachung des Absinths im Alltag. 2004 Aufgabe der akademischen Karriere (»Der Beruf eines Alkoholprofessors ist wie ein Lebendigbegrabensein – wie, als stelle man ein Gewehr geladen in die Ecke!«).

Der Vater von 5192 Kindern lebt derzeit als Maler von SittengemÀlden auf einem Dachstuhl im gebirgichten Westfalen. Julian ist handzahm und frisst am liebsten Kittekat.